Warum ein Schokoladenhersteller schon jetzt ein Wort auf seiner Verpackung überklebt. ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­    ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­  
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Hallo XDC-Interessent:in,

 

willkommen zur September-Ausgabe! Der Sommer 2026 hat die Klimakrise so sichtbar gemacht wie kein Sommer zuvor: Wälder brannten in Frankreich, Spanien und Griechenland, in deutschen Städten wurde das Wasser knapp, Ernten fallen aus. Einen Aufschrei hat das nicht ausgelöst. Bernd Ulrich hat in der ZEIT eine unbequeme Erklärung dafür angeboten: nicht Gleichgültigkeit, sondern Scham.

 

Wir ziehen daraus einen anderen Schluss als den Ruf nach mehr Dringlichkeit. Ein Unternehmen steuert man nicht mit Scham, sondern mit Entscheidungsgrundlagen. Was messbar ist, wird belegbar. Was belegbar ist, wird steuerbar. Und für bestimmte Umweltaussagen gegenüber Verbrauchern wird Belegbarkeit Ende September ausdrücklich zum gesetzlichen Prüfmaßstab. 

⚖️ Juristisch genau: Nein, keine weitere Berichtspflicht

 

„Wenn einer Firma eine Berichtspflicht gesetzlich auferlegt wird, ist das okay. Wenn es irgendwann dreißig sind, wird die Lage prekär." Der Satz stammt von Andreas Voßkuhle, dem früheren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, aus einem ZEIT-Gespräch im August. Er beschreibt eine berechtigte Ermüdung. Umso wichtiger ist die Unterscheidung: Was Ende September in Kraft tritt hat nichts mit Berichtspflicht zu tun, sondern damit, ob stimmt, was ein Unternehmen im Markt sagt.

 

Die neue Rechtslage. Am Sonntag, dem 27. September 2026, gelten die neuen Vorgaben der europäischen Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel, kurz EmpCo, in Deutschland umgesetzt im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Untersagt sind unter anderem allgemeine Umweltaussagen ohne Nachweis einer anerkannten hervorragenden Umweltleistung, kompensationsbasierte Neutralitätsclaims für Produkte und Nachhaltigkeitssiegel ohne ein zugrunde liegendes Zertifizierungssystem. Besondere Anforderungen gelten für Aussagen über die künftige Umweltleistung, also für Sätze wie „klimaneutral bis 20XX".

 

Drei Fragen. Für diese Zukunftsaussagen laufen die Anforderungen auf drei Fragen hinaus. Was genau ist zugesagt, klar und überprüfbar? Welcher Plan trägt die Zusage, mit welchen Maßnahmen und welchen Mitteln? Und wer prüft regelmäßig nach, für jeden einsehbar? Das liest sich wie eine Compliance-Aufgabe. Tatsächlich sind es Fragen, die eine Klimastrategie ohnehin beantworten sollte.

 

Woran das anknüpft. Nicht an Unternehmensgröße und nicht an die Berichtspflicht, sondern an die geschäftliche Handlung gegenüber Verbrauchern. Ein CSRD-konformer Bericht macht eine Klimaaussage deshalb nicht automatisch zulässig. Umgekehrt können auch Klimaziele nicht berichtspflichtiger Unternehmen erfasst sein, wenn sie Teil einer solchen geschäftlichen Handlung sind. Eine gesetzliche Übergangs- oder Abverkaufsfrist gibt es nicht, die Regeln gelten grundsätzlich auch für Altbestände. Bei echten Umstellungsschwierigkeiten haben die europäischen Verbraucherschutzbehörden allerdings eine verhältnismäßige Einzelfallbetrachtung angekündigt.

 

Was das im Regal bedeutet. Ritter Sport z.B. überklebt derzeit auf vielen Tafeln den Hinweis „zu 100 Prozent zertifiziert nachhaltiger Kakaobezug". An der Beschaffung hat sich nichts geändert, der Kakao ist weiterhin zertifiziert. Entfernt wird nicht die Substanz, sondern die Aussage, weil sie sich künftig im geforderten Maß belegen lassen muss (berichtet von Berliner Zeitung und Lebensmittelzeitung, August 2026).

 

Die Gerichte haben den Maßstab bereits vorbereitet. Seit dem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs zu „klimaneutral" vom Juni 2024 gilt: Wer mit Klimaneutralität wirbt, muss  in der Werbung selbst eindeutig erläutern, wie sie erreicht wird, insbesondere ob durch Reduktion oder durch Kompensation. Die EmpCo kodifiziert und erweitert diese Rechtsprechung für geschäftliche Umweltaussagen gegenüber Verbrauchern.

 

Wie konkret das schon heute ist, zeigt ein aktueller Fall: Continental hat sich gegenüber der Deutschen Umwelthilfe verpflichtet, wie diese am 24. August 2026 mitteilte, nicht mehr mit „100 % Klimaneutralität", „100 % emissionsfreie Mobilität und Industrie" und „100 % verantwortungsvolle Wertschöpfungsketten" bis 2050 zu werben. Der Streit endete durch Vergleich vor dem Landgericht Hannover, also ohne Sachentscheidung und ohne Präzedenzwirkung. Beanstandet wurde aber genau die zweite der drei Fragen: Für die beworbenen Ziele fehlte ein nachvollziehbarer Umsetzungsplan.

 

Ein validiertes Klimaziel ist dabei ein Anfang. Eine Validierung bestätigt, dass ein Ziel den Kriterien des jeweiligen Standards entspricht. Sie garantiert aber weder die Umsetzung noch die rechtliche Zulässigkeit der Aussage, mit der ein Unternehmen darüber spricht. Wer die Fragen nach Plan und laufender Prüfung beantworten möchte, ergänzt die Nachweise außerhalb des Validierungsprozesses. Den ausführlichen Vergleich der Rahmenwerke XDC und SBT finden Sie in unserem Whitepaper [MOVING ON].

 

Fachlich geprüft von Dr. Sebastian Müller, Syndikusrechtsanwalt der right. based on science GmbH. Stand August 2026, keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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🖥️ °Compass - Drei Fragen, eine Zahl

 

Was ein Unternehmen zusagt, ob sein Plan das trägt und was tatsächlich passiert ist: Diese drei Fragen lassen sich in °C beant-worten. Weichen die Werte voneinander ab, ist das sofort sichtbar. °Compass macht sie einsehbar, auch als Verlauf über die Jahre.

 

Zu °Compass
WHATIF_2026

📊 whatif? Report 2026 - Der Realitätstest

 

Tun Unternehmen, was sie ankündigen? Am 17. September erscheint der whatif? Report 2026, erstmals für Unternehmen aus DAX, MDAX und SDAX. Er zeigt u.a. den Abstand zwischen dem, was ein Unternehmen ankündigt, und dem Kurs, auf dem es liegt.

 

whatif? Report 2026 vorbestellen (kostenlos)

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🎤  Handelsblatt-Jahrestagung ESG-Reporting und -Steuerung

 

24. und 25.09., Düsseldorf. Hannah Helmke spricht am zweiten Tag um 9:15 Uhr über das, was nach dem Berichten kommt: Alte Welt Ziele und Reporting, neue Welt Transition und Dialog. Woran erkennen Investoren, Kunden und Lieferanten, dass die Klimatransition im Griff ist?

 

Zum Programm

💻 °Clarity mit Christine Reutter, Schneider Holding 

 

30.09., online. In °Clarity 9 ist Christine Reutter zu Gast, Geschäftsführerin der Schneider Holding. Ein Straßenbauer ohne Nachhaltigkeitsabteilung, bei dem die Klimatransition mit XDC neben dem Tagesgeschäft läuft.

11:00 Uhr, 30 Min.

 

Für °Clarity anmelden
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📅 Weitere Gelegenheiten zum Austausch 

 

Öffentlich / mit Anmeldung

  • 23. September, Duisburg // 29. Bankensymposium ESG meets AI - Weitere Informationen 

  • 25./26. November, Paris // CARES Forum 2026 (Sustainability in Mobility Manufacturing) - Weitere Informationen

Auf Einladung

  • 16. September, Frankfurt am Main // whatif? Report 2026 - DAX40-Roundtable bei Taylor Wessing. Am Tag darauf erscheint der Report  - whatif? Report vorbestellen (kostenlos)  
  • 22. September, Frankfurt am Main // XDC vs. SBT vor dem Hintergrund der EmpCo - Roundtable bei Taylor Wessing
  • 7. Oktober, Radevormwald // ARMID e.V. (Aufsichtsräte Mittelstand) zu Gast bei Gira mit Vortrag von right° und Unternehmensbesichtigung. 

Zum Schluss

 

Anfang September reist unser Co-Gründer Sebastian Müller mit einer Delegation nach China, unter anderem nach Xiamen. Was sich von der dortigen Transition auf Europa übertragen lässt und was nicht, lesen Sie als Reisebericht in der Oktoberausgabe.

 

Der 27. September wird von vielen als Stichtag gelesen, an dem etwas verboten wird. Man kann ihn auch anders lesen: als den Tag, an dem sich klärt, wer über seine Klimastrategie mehr sagen kann als eine Jahreszahl. Für die meisten Unternehmen ist das keine schlechte Nachricht. Sie wissen mehr über sich, als sie bisher zeigen mussten.

 

Behalten Sie Ihre Sachen im Griff.

 

Herzliche Grüße

Ihr Team von right°

Zitat der Ausgabe

 

„Es kann keinen funktionierenden, rationalen politischen Diskurs mehr geben, solange die Scham regiert."

 

Bernd Ulrich, Redakteur für besondere Aufgaben (Meinung) bei der ZEIT in seinem Stück "Man muss sich an den zu heißen Kopf fassen"

right. based on science GmbH, Kaiserstraße 73, Frankfurt am Main, 60329, Deutschland, +49 (0) 69 979 83452

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